Silberne Schar

News from 15.12.2019

15.12.2019

Es war eine stürmische Nacht als Sellion in seinem Zimmer saß und auf das Pergament vor im blickte. Abgesehen von einer einzelnen Stumpenkerze die ein wenig Licht spendete war es düster und nur vereinzelnde Blitze erhellten die Dunkelheit die das Zimmer umschloss.
Seit dem er die Nachricht von Heinrich erhalten hatte war es still geworden, kein Bote hatte ihn aufgesucht, keine Meldung gelangte an sein Ohr. Die Stille war schmerzhaft. Er hatte lange nichts mehr von seinen Kameraden gehört. Keine Meldung von seinem Kommandanten, keine Befehle von Nars, Sér Cohorn oder dem Freiherrn selbst. Die letzten Anweisungen waren nun auch schon über ein halbes Jahr alt und er versuchte sich so gute es ging um diese zu kümmern, aber Selbstzweifel und die Ungewissheit wie es den anderen und seiner Heimat ging nagten an ihm. Nicht das er das jemals bestätigen oder gestehen würde, aber er war innerlich zerrissen. Ein weiterer Blitz durchzuckte die Nacht und gefolgt vom tiefen grollen der Naturgewalten blicke Sellion ins schwarze Nichts nach draußen.
Natürlich konnte er Nissa verstehen, die unbedingt nachsehen wollte wie es allen ging, aber konnte er wirklich die junge Heilerin einfach so in ihr eigenes Verderben rennen lassen? Konnte er im Gegenzug es ihr überhaupt verwehren? Das Gespräch mit ihr lag schon einige Tage zurück und seit dem schweiften seine Gedanken oft an diesen Abend zurück und er überlegte ob er richtig gehandelt hatte und immer wieder kam er zu keinem eindeutigen Ergebnis.
So saß er also da und starrte wieder auf das Pergament vor ihm. Morgen früh würde er sich auf machen, alles war vorbereitet und er wollte nur noch diesen Sturm abwarten der seit zwei Tagen wütete. Aber sobald sich die Wolken lichten würden wäre es so weit.

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